Mittwoch, 22. Januar 2014

Tunnelblick

Nordportal: Marsch Richtung Tunnel, rechterhand die Werkstatt.
Hinein! Links oben die beiden Frischluftzuführungen. Ampel grün heisst: Luft rein!
Schutzpatronin: die heilige Barbara
Auf dem Weg zum ersten Querschlag
Vor dem ersten Querschlag
Herr Grauer beim Erklären der Baustelle
Im Rettungsstollen

Rettungsstollen

Rettungsstollen
Rückmarsch aus dem Tunnel. Links: Umladezone für Ausbruchmaterial





Letzte Woche bot sich die Gelegenheit, an einer Führung auf der Baustelle der Ortsumfahrung B312 Reutlingen (Scheibengipfeltunnel) teilzunehmen.  Zunächst wurden wir im Informationszentrum am Südportal von Herrn Grauer begrüsst und erhielten von ihm eine Einführung, danach besichtigte die Gruppe die sogenannte "offene Tunnelbauweise" am Südportal.
Nachdem wir mit Gummistiefeln, Warnwesten, Kommunikationsgeräten und Helmen ausgerüstet waren, fuhr man in Fahrgemeinschaften zum Nordportal. Dort angekommen gings an der Baustellenwerkstatt vorbei Richtung Tunneleingang. Die Baustellenhelme, die wir trugen, sind mit sogenannten Transpondern ausgerüstet, das heisst beim Betreten des Tunnels wird jede Person erfasst. So weiss man im Fall der Fälle immer, wieviel Personen sich momentan im Tunnel befinden. Nun gings an der heiligen Barbara vorbei, allerdings geht das nur, wenn die Ampel auf  grün steht: dies bedeutet: "die Luft ist rein". Jetzt also gings hinein bis zum ersten Querschlag, so wird die Verbindung zum parallel zur Hauptröhre verlaufenden Rettungsstollen genannt. Wir erfuhren, dass der Querschnitt dieser Verbindungsstollen von der ausführenden Firma ausserplanmässig etwas größer ausgebrochen wurde, um mit den Bau-Maschinen besser manövrieren zu können. Die Mehrkosten werden voll von der Firma übernommen, betonte Herr Grauer, der uns überdies äusserst fachkundig in die Geheimnisse des Tunnelbaues einweihte. So z.B. erfuhren wir, dass trotz aller Hochtechnisierung auch heute noch auf jeder Tunnelbaustelle gewöhnliche Baumstämme vorgehalten werden, für den Fall, dass abgestützt werden müsste. Aber, so versicherte uns Herr Grauer, der Scheibengipfel sei ein "ruhiger Tunnel" mit Senkungen lediglich im einstelligen Millimeter-Bereich. Überdies ist kaum Wassereintritt im Tunnel vorhanden, was das Arbeiten insgesamt relativ angenehm macht. Bis zur "Ortsbrust", also dort wo der Tunnelvortrieb stattfindet, durften wir aus Sicherheitsgründen nicht.  Wir erfuhren jedoch , dass der Durchbruch des Tunnels demnächst stattfinden wird - etwa in der ersten Februarwoche 2014. Nach fast drei Stunden geballter Information war unsere Exkursion zu Ende.
Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei Herrn Grauer von der Ingenieurgemeinschaft Scheibengipfeltunnel für die sehr gute Führung und für die Genehmigung, diese Bilder hier zu veröffentlichen.
weckherlin/Fotos: peterweckherlin  

Kommentare:

Werner Rathai hat gesagt…

Hervorragende Dokumentation in Wort und Bild über das Reutlinger Jahrhundertbauwerk von Peter Weckherlin aus dem BILDERTANZ TEAM.

Werner Vöhringer hat gesagt…

Super Fotos und Erläuterung!

Anonym hat gesagt…

Danke für den tollen Artikel!!!