Wir blicken die Eninger "Heergaß" hinauf und tauchen ein in eine Zeit, in der noch kein motorisiertes Fahrzeug das Straßenbild beherrschte. Undatierte Aufnahme, wahrscheinlich 1920/30er Jahre.pw/Bild: Archiv HGV Eningen
Diese Künstlerkarte ist signiert mit "Roland Britsch 1909" und zeigt neben dem Blick zur Achalm den Eninger "Marktplatz". Links zu erkennen ein Schriftzug "xxx Brustgi", vermutlich eine Wirtschaft unterhalb der ehemaligen Bäckerei Faßnacht. Rechte Straßenseite mit Balkon: Die Burkhardtsche Apotheke und weiter hauptstraßenabwärts mit Glockentürmchen: Das Rathaus. Experten sind wie immer gefragt, zweifellos ein hübsches Kärtchen.
Wir blicken auf eine undatierte Ansichtskarte mit dem, oben links, Aussichtsturm auf dem Gipfel der Achalm. Desweiteren, rechterhand, Gesamtschau über Eningen zur Achalm. Das Bild unten links zeigt den Gasthof Traube-Post nebst dem Postamt linkerhand. Anhand dieser Tatsache lässt sich die Karte datieren auf "nach 1896", da der neue Besitzer, Karl Seitz, das Postamt aus dem Gasthofgebäude in das von ihm erworbene Nachbargebäude Hauptstraße 19 verlagerte.

Vorgestern beim Eninger Heimatmuseum: Schlecht werden könnte es einem beim Anblick dieser Bilder. Der Brunnen: eine Kloake. Unter dem Dächle des Freigeländes beim Heimatmuseum: ein Scherbenmeer zerborstender Flaschen (Schnaps und anderes Hochprozentiges). Ehrenamt macht Spaß? Den Dreck Anderer wegräumen sicherlich nicht. Die Mitglieder des Geschichtsvereins, welche in ihrer Freizeit auch die Aussenanlagen des Museums in Schuß halten, haben die Schnauze voll!


Ende Juni 1996 fand in Metzingen die Deutsche Rad-Meisterschaft im Straßen-Einer statt. Der selektive Rundkurs führte über Metzingen, Neuhausen, Glems auch über Eninger Markung wieder den "Metzinger Wald" hinab zum Ausgangspunkt. Im Starterfeld auch Jan Ullrich, den bis dahin allenfalls Kenner der Radsportszene kannten. Vier Wochen später kannte in ganz Deutschland. Im Gesamtklassement der Tour de France 1996 belegte der junge Deutsche hinter dem Dänen Bjarne Riis den zweiten Platz. Welche Platzierung er in Metzingen erlangte, entzieht sich unserer Kenntnis: Deutscher Meister wurde jedenfalls Christian Henn vom Team Deutsche Telekom. Auf den Bildern ist leider nur ein Radler des Telekom-Express sicher zu identifizieren: Erik Zabel (Bild ganz oben, 3. v. l.)
Im Beitrag von vorgestern war die Rede von Herrn "Oberpacker" Sautter. Was hat es damit auf sich? Nun, auf dem heutigen Bild sehen wir die Maschine (im Heimatmuseum Eningen) mit welcher die zum Versand vorgesehenen Bäume "eingepackt" wurden. Mittels Drehbewegung wurden so die Wurzeln und Stämme mit Stroh umwickelt, damit die Pflanzen den langen Transport von der Baumschule zum Kunden unbeschadet überstehen konnten. Die Wurzeln der Bäume sind frost- und zugluftgefährdet. Die Bäume wurden zu jener Zeit grösstenteils mit der Bahn speditiert und waren daher länger unterwegs als heutzutage mit dem (geschlossenen) LKW. Beim "Einpacken" der Bäume war somit größte Sorgfalt vonnöten. Die Maschine ist eine sogenannte "Ballotmaschine", franz. "Ballot": soviel wie "Ballen".


Wo heute der Verkehr ins Wohngebiet "Lange Äcker" rauscht, wurde bis nach dem Krieg noch Gemüse gepflanzt. Später entstand hier anstelle des Gartens ein Kinderspielplatz welcher wiederum dem Verkehr weichen musste. Rechts im Bild: Metzingerstraße 3. Bild undatiert, um 1950.

Der württembergische König erwarb 1822 Teile der Achalm von vier Eninger Bürgern. Vertreten wurde das Königshaus durch den Hofkammeral-Verwalter und (späteren) "Geheimen Rat" Dr. August von Weckherlin (Bild unten). Dieser war später auch Leiter der 1818 gegründeten Ackerbauschule Hohenheim, heute UNI. Jener unternahm im Auftrag des Königs Wilhelm I. Reisen nach England um die dortige fortschrittliche Landwirtschaft kennenlernen. Ziel der Reisen: Durch sammeln von Kenntnissen und rationeller Methoden unsere heimische, darniederliegende Agrarproduktion zu heben. Stichwort Hungerjahre 1816/17 in Württemberg....aber das ist eigentlich wieder ein Thema für sich.